Das ist Esther

Klassenzimmerstück von Christiane Richers     
   

Die Klasse wartet auf den Besuch einer Holocaust-Überlebenden, doch Esther Bauer verspätet sich. Stattdessen betritt eine nervöse, junge Frau das Klassenzimmer, die sich als die Enkelin der Zeitzeugin vorstellt. Im Gepäck hat sie Fotos und O-Töne, welche die Stationen ihrer »Granny« dokumentieren und so übernimmt Mary Ann zunächst zögerlich Esthers Aufgabe und beginnt zu erzählen. Von Esthers Kindheit und Jugend in Deutschland, von ihrem Schicksal als KZ-Gefangene, von ihrem Überleben und ihrer Emigration nach Amerika. Mary Ann spricht mit großem Respekt von ihrer Großmutter, aber auch mit der staunenden Verwunderung der Enkel-Generation, für die vieles aus der Zeit des Dritten Reichs unvorstellbar erscheinen muss. So sie zieht immer wieder konkrete Vergleiche heran, um sich die damalige Situation zu vergegenwärtigen.
Das Stück thematisiert die Vergänglichkeit von Zeitzeugenschaft und stellt die Frage, wie Erinnerung stattfinden kann. Mary Ann hinterlässt der Klasse eine ganze Lebensgeschichte:
Das ist Esther.                 

Mit:
Lisa Fedkenheuer
Premiere:
25. April 2023, Stadttheater Ingolstadt

Wiederaufnahme:
Spielzeit 2025/26, Stadttheater Ingolstadt 

Donaukurier 25.4.23:
"Regisseurin Chiara Hunski hat den Monolog so eindringlich wie detailreich in Szene gesetztund präsentiert im wahrsten Sinne des Wortes Theater aus dem Koffer. Denn hier findet ihreProtagonisten nicht nur Requisiten, der Koffer birgt auch ein Stück Authentizität."



Fotos: Germaine Nassal

Szenische Lesung: Das Ereignis

von Annie Ernaux

Als die 23-jährige Annie entdeckt, dass sie schwanger

ist, ist ihr klar: Wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt, wird sie alles verlieren. Das hart

erkämpfte Universitätsstudium, die Hoffnung, dem engen, prekären Milieu der Eltern zu entkommen. Aber im Frankreich der 1960er Jahre ist Abtreibung illegal, und so beginnt für die junge Frau ein Spießrutenlauf. Ein beeindruckend offener und berührender Text, der ein wichtiger Beitrag zur immer wieder aufflammenden Diskussion über Schwangerschaftsabbruch ist.

 

Dramaturgie:

Doris Happl und Hannah Stollmayer


Mit: Anna Eger und Sabine Martin

Premiere:
5.März 2023
Theater Konstanz in ooperation mit dem Landgericht Konstanz

Szenische Lesung: 

Laufendes Verfahren

von Kathrin Röggla


Im Schwurgerichtssaal, wo sonst Recht gesprochen wird, entfaltet sich eine literarische Auseinandersetzung mit einem der bedeutendsten Strafprozesse der jüngeren deutschen Geschichte. Kathrin Rögglas Roman „Laufendes Verfahren“ beleuchtet den NSU-Prozess nicht als Dokumentation, sondern als forensische Literatur, die die Sprache und Strukturen des Gerichts hinterfragt. ​

Die szenische Lesung bringt diese vielstimmige Textcollage auf die Bühne und macht die Komplexität des Verfahrens sowie die Sprachlosigkeit gegenüber dem Geschehenen erfahrbar. Durch die Inszenierung im Gerichtssaal selbst wird die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischt und lädt das Publikum zur kritischen Reflexion ein.​


Mit:
Lilian Prent, Odo Jergitsch, Anne Rohde

Premiere: 
29.5.21
Theater Konstanz in Kooperation mit dem Landgericht Konstanz


Fotos: Philipp Findling

Szenische Lesung:

Schwarze Schwäne


von Christina Kettering

Zwei Schwestern: die Jüngere mitten im Leben, die Ältere ungebunden und unstet, sehen sich plötzlich damit konfrontiert, dass ihre Mutter zum Pflegefall wird. Ihre Lebensentwürfe sind in Gefahr. Ein Heim kommt nicht in Frage, also übernimmt die Jüngere die Pflege und sieht sich mit dieser neuen Aufgabe zusehends überfordert.
Die Ältere besorgt daher einen elektronischen Helfer, der alles besser macht als seine biologischen Auftraggeberinnen. Was anfangs nach Entlastung aussah, kippt in Eifersucht und Missgunst, denn die perfekte Rosie, so vertrauenswürdig heißt die künstliche Intelligenz, beginnt immer mehr Raum im Leben der jüngeren Schwester und Mutter einzunehmen. Christina Kettering behandelt in ihrem Stück die Vorund Nachteile des Einsatzes von KI in der Altenpflege. Damit gibt sie anders als die Wissenschaft, Einblicke in die zwischenmenschlichen Konsequenzen einer solchen Entwicklung.

Mit:
Wiebke Yervis und Clara Schwinning

Premiere:
15.Mai 2022
Stadttheater Ingolstadt

Fotos: privat

Der kleine Erdvogel

 Nach dem Bilderbuch von 
Oliver Scherz und Eva Muggenthaler 


Der kleine Erdvogel Nach dem Bilderbuch von Oliver Scherz und Eva Muggenthaler Der sehnlichste Wunsch des kleinen Maulwurfs ist es, zu fliegen. Er sei ein Erdvogel, so erzählt er seiner Mama, doch die kann ihn ganz und gar nicht verstehen. Heimlich krabbelt der kleine Maulwurf also aus seiner Höhle. Auf seinem Weg begegnen ihm viele Tiere. Als er ihnen von seinem Plan erzählt, versuchen sie, ihm das Fliegen auszureden. Viel zu gefährlich. Doch schließlich hat die Eule einen Rat für ihn und hilft ihm so auf wundersame Weise…. Es ist eine Geschichte darüber, wie man sich selbst treu bleiben und so alles erreichen kann, nur vielleicht nicht so, wie man es sich vorgestellt hat.

Mit:
Steven Cloos

Premiere: 
29.5.21
Stadttheater Ingolstadt 

Donaukurier, 30.5.21
"Spannend, lustig, schön, toll ist diese Geschichte,
darüber hinaus fabelhaft in Szene gesetzt und
exquisit gespielt. Eine Ode an die Fantasie!"


Fotos: Richie Herbert

Das Geschichtentelefon

An ausgewählten Tagen erzählen die Schauspieler*innen des Jungen Theaters eine
diebische Geschichte am Telefon. Mit dem Hörer am Ohr können Anrufer*innen den Spurenunterschiedlicher Figuren folgen und sich aussuchen,
welcher sie weiter zuhören wollen.Bei genauem Hinhören lassen sich Informationenerhaschen mit deren Wissen die Hörer*innen Einfluss
auf die weitere Geschichte nehmen können. Auf überraschende Wendungen und Endungen beidiesem literarischen Ausflug aus dem Alltag darf man
gespannt sein.
Das Konzept ist in der Coronazeit entstanden als nur bedingtes Arbeiten möglich war und ist aus einem Bedürfnis heraus gewachsen Kindern wieder ein
Stück Theater zu ermöglichen.

Mit:
Michael Amelung, Benjamin Dami, Paula
Gendrisch, Judith Nebel, Olivia Wendt

Premiere:
8.5.2021
Stadttheater Ingolstadt

Fotos: privat

Wir waren zuerst da

Von Magdalena Marszałkowska


Kasia und Marcin wollen ihrem von Kindergeschreigeprägten Alltag entgehen und fahren ohne ihrenNachwuchs ins all-inclusive-Ressort „Il Paradiso“. Um sich optimale Erholung zu sichern, wollen sie sich mittels eines „Nachbar-Castings“ die perfekt zugeschnittenen Urlaubspartner suchen. Diese scheinen sie in Anka, einer von ihrem Mann sexuell nicht befriedigten Zynikerin, und besagtem Mann
Wojtek, einem depressiven Psychophamarka-Abhängigen, zu finden.
Dem Urlaub im Sonnenschein, durchtränkt von billigem Alkohol der von demotiviertenAnimateurinnen serviert wird, scheint also nichts mehr im Weg zu stehen außer die „gesellschaftliche Klugscheißeritis“, die zwar alle abstreiten aber keinerablegen will. Der Untergang der Welt wird dabei ebenso behandelt wie Ernährungspatriotismus, Mutterkomplexe, Besatzungsregime und
Krautrouladen.Verhandelt werden Fragen des Verteidigens und Eroberns von Territorium.

Mit:
David Ignjatovic, Lisa Kröll, Madeleine Steinwender, Paul Gruber, Daniela Neichl

Premiere: 
28.6.2017, 
Pygmalion Theater, Wien

Fotos: privat

Die Glasmenagierie

 von Tennessee Williams 

Das Familiendrama erzählt von den Schwierigkeiten eines Zusammenlebens von Menschen, die grundlegend verschiedene Sichtweisen auf das Leben haben und die, jeder für sich, in einer eigenen Welt leben. Zwei Generationen prallen aufeinander. Tom Wingfield ist gefangen im öden Leben zwischen der Arbeit im Lagerhaus, allabendlichen Kinogängen und einer aufdringlichen Mutter. 

Um dem zu entkommen möchte er in die Fußstapfen seines Vaters treten, der vor vielen Jahren die Familie verließ und zur Marine ging. Seine Mutter, Amanda, will jedoch Toms Schwester
 Laura vorher versorgt sehen und überredet ihn einen jungen Mann zum Abendessen zu bringen, um sie zu verkuppeln. Dies ist zumindest Amandas Hoffnung. Laura jedoch übt Widerstand im Rückzug und lebt für ihre Glasmenagerie.
 Nach und nach entwirrt sich das Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren des Stückes. Kämpfe werden ausgetragen, Vorstellungen prallen aufeinander, es wird versuchen die Oberhand zu gewinnen bis schlussendlich alles in Scherben zersplittert. 

Zurück bleibt Laura, alleine und ohne Perspektive. 


Mit: Madeleine Steinwender, Lisa Kröll, Daniel Gavris, Johannes Neubert

Premiere:
2.4.2017
Pygmalion Theater, Wien